PSG Lyss 5 (M3) vs. SG Biberist aktiv (M2): Wieder ein verrücktes Cup-Viertelfinale

30.01.2025

Matchbericht

Nach dem Thriller im letzten Jahr gegen die eigene Erste Mannschaft zog die Losfee für das Viertelfinale des «Füfi» in dieser Saison wieder einen höherklassigen Gegner, die SG Biberist aktiv. Gegen die Solothurner konnten die Lysser am Finalwochenende der letzten Spielzeit im Halbfinale triumphieren, weshalb sich auch diesmal Chancen ausgerechnet wurden. Voller Kader, viele Auswechselmöglichkeiten, eine Mischung aus jung und frech sowie etwas älter und routinierter sollte den Weg ans Final4, welches wieder im März in Lyss stattfindet, ebnen.

Der Start in die Partie glückte dem «Füfi» besser als in den vergangenen Meisterschaftsspielen, wo mehrmals einige Minuten gebraucht wurden, um richtig in der jeweiligen Partie anzukommen. Bis zum 5:5 konnte das Heimteam stets ein Tor vorlegen, der Angriff funktionierte mit Denis Moret als Regisseur ohne Probleme.
Mit zunehmender Spieldauer verloren die Lysser jedoch den Zugriff auf die Biberister in der eigenen Verteidigung komplett. Mal für Mal verpassten sie es, den entscheidenden Schritt aus der Deckung zu machen, um die Gäste an Würfen aus 8 Meter zu hindern. Die Solothurner konnten sich stetig absetzen, gleichzeitig machte sich beim «Füfi», welches sich auf ein ausgeglichenes Spiel einstellte, Ernüchterung breit. Biberist drückte weiter auf das Gaspedal und überrannte die in dieser Phase hilflosen Lysser komplett. Nach 22 Minuten hatte Coach Päscu Scheidegger genug gesehen und lag seine Time Out-Karte auf den Zeitnehmertisch, der Rückstand war bereits auf 8 Tore angewachsen. Abwehrorganisator Pim Christen nutzte die 60 Sekunden, um der Mannschaft deutlich ins Gewissen zu reden. Zweimal noch wuchs der Rückstand danach gar auf 9 Tore an, das letzte Mal zum 8:17 nach 25 Minuten und 18 Sekunden.
Das «Füfi» stellte seine Abwehr von der flachen 6:0 auf ein 5:1 mit Denis Moret auf der Spitze um, und ab da ging ein Ruck durch die Mannschaft. In den restlichen 4 Minuten und 42 Sekunden liessen die Lysser kein einziges Tor mehr zu und konnten ihrerseits noch deren 5 erzielen – ergibt nach der katastrophalen Phase in der Mitte der ersten Halbzeit einen annehmbaren Rückstand von 13:17 zur Pause.

In ebendieser wurde hervorgehoben, dass man genau so weiterfahren muss wie in den letzten Minuten der ersten Hälfte, um den Rückstand sukzessive zu verkürzen. Man war überzeugt, dass der Gegner irgendwann nervös werden würde, wenn sie einen 9-Tore-Vorsprung verspielt hätten.

Es dauerte genau 8 Minuten und 40 Sekunden, ehe Chrigu Zurbuchen tatsächlich den 21:21- Ausgleich markieren konnte, die Körpersprache und Emotionen des «Füfi» waren nun eine komplett andere als noch im ersten Abschnitt der Partie. Auch die Nespoly- Halle mit den gut 60 Zuschauer erwachte so richtig zum Leben und explodierte förmlich, als nach Zurbuchens Treffer Francesco Vitti einen nächsten Ball des Gegners entschärfen konnte und im Gegenzug Silä Andres die erste Führung für das «Füfi» seit dem 5:4 erzielen konnte.
Weiter 8 Minuten später konnten die Gastgeber den Vorsprung ein erstes Mal auf 3 Tore ausbauen, Rubens Flückiger erzielte diesen Treffer auf seine unnachahmliche Art per Tempogegenstoss. Die SG Biberist aktiv hatte genug gesehen und musste nun ihrerseits zur Time Out-Karte greifen – nur dass dieses im Gegenteil zu jenem der Lysser in der ersten Halbzeit keine Früchte trug.
Das «Füfi» war im Flow, gefühlt jeder Wurf landetet im Tor der Solothurner. Am Schluss staunte das Team selbst über die 24 (!) geworfenen Tore in der zweiten Halbzeit.
3 Minuten nach der Auszeit des Gästeteams war der Vorsprung auf 5 Tore angewachsen, die euphorisierten Lysser zeigten keine Anzeichen, diesen noch aus der Hand zu geben – und taten es auch nicht mehr. Routiniert spielten sie das Spiel zu Ende, ohne nochmals Zweifel über den Einzug ins Final4 aufkommen zu lassen. Mit 37:33 gewann das «Füfi» einen Match, welcher nach 20 Minuten bereits verloren schien.

Einziger Wehrmutstropfen des Spiels war der verletzungsbedingte Ausfall von Ayko Andrist, welcher sich nach einem erfolgreichen Torwurf das Knie verdrehte.
Ayko, gute Besserung!!!

Das «Füfi» bedankt sich bei den 60 lauten Zuschauer*innen, welche den Weg am späten Donnerstagabend in die Nespoly-Halle auf sich nahmen und uns zum Erfolg getragen haben. Wir sind stolz, zum zweiten Mal hintereinander am Finalwochenende des Berner Cups zu stehen und wollen nun alles daransetzen, diesen auch zu gewinnen.

Zusammenfassung

PSG Lyss 5 (M3) vs. SG Biberist aktiv (M2) - 37:33 (13:17)
Lyss, Nespoly
SR: Hasler, Jenni
Strafen: 2mal 2-Minuten gegen PSG Lyss, 1mal 2-Minuten gegen SG Biberist aktiv.

PSG Lyss 5:
Vitti (26%, davon ein gehaltener 7m), Dennler;
Tschanz, Christen (2), Zitterli (4), Gfeller, Andres (3), Moret (6), Zurbuchen (8/4), Flückiger (3), Siegenthaler (2), Eglin (5), Andrist (1), Walthert (3).

SG Biberist aktiv (M2):
Brügger, Barbisch (26%);
Schwaller (6), Rüegg (1), Minoski, Schär, Ziegler (1), Micozzi, Reist (2), Fluri (1), Kaech (5), Jäggi (6), Rüegg (2), Zimmermann (9).

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